Zum 13ten Mal fand in Riva del Garda in Italien der internationale Blasorchesterwettbewerb „FlicornoD'oro“  ( Goldenes Flügelhorn)  statt. Dieser Wettbewerb  wird in unterschiedlichen Leistungsstufen ausgetragen und das Jugendorchester des Blasorchesters Wachenbuchen bewarb sich um die Teilnahme. Von 40 Bewerbern in der 3. Kategorie wurden 9 zur Teilnahme zugelassen. Mit dabei war auch das Jugendorchester unter seinem Dirigenten Dominik Thoma vom 14.-18. April.

Die jungen Musikerinnen und Musiker hatten sich intensiv auf dieses Ereignis vorbereitet. Galt es doch, nach dem Erfolg des Stammorchesters im Jahre 1966 bei der Weltmusikolympiade in Kerkrade/ Holland, die Farben des Vereins würdig zu vertreten. Hochmotiviert, freudig und unbekümmert, wie es nur die Jugend sein kann, reisten 44 junge Musiker unter der musikalischen Leitung von Dominik Thoma in das verträumte Städtchen am Gardasee. Mit einem überaus freundlichen Busfahrer gesegnet, begann die Tour am Donnerstagabend dem 14. April mit zehn Stunden nächtlicher Busfahrt, wobei an Schlaf nicht zu denken war. Einige „Jungtalente“, insbesondere aus Mittelbuchen, sorgten für ausreichend Unterhaltung. Mit an Bord war auch Stefan Schmidt ( Ressortleiter Kultur) mit seiner Frau Kerstin ,Jugendleiter Philipp Marquardt und Vorsitzender Helmut Schmidt.

Angekommen in Riva del Garda machten sich alle Reiseteilnehmer über das üppige Frühstück her, das man aus Deutschland mitgebracht hatte. Otto Steup, Posaunist und Fachmann in Sachen Brot und Konditorei, hatte in Zusammenarbeit mit Stefan Schmidt vom Ressort Kultur alles bestens vorbereitet.

Um die verbleibende Zeit bis zum Einchecken zu überbrücken wurden bereits die ersten Fußzehen in den nahegelegenen Largo di Garda gesteckt und erste Erkundungstouren in Riva unternommen, einer kleinen Stadt mit vielen Gesichtern: Vom typisch italienisch rustikalen bis hin zum leichten Flair der Südtiroler Alpen war für jeden Geschmack das richtige Plätzchen zu finden.

Nach Beziehen der Zimmer wurde der Freitag der Entspannung verschrieben, abgesehen von einem ersten Besuch des Veranstaltungsortes und einer letzten Probe in einem zur Verfügung gestellten Proberaum blieb es somit ruhig. Das war auch so gewollt und alle gingen zeitig zu Bett, um für den nächsten Tag gewappnet zu sein. Der Tag des Auftritts:

Frisch und erholt begann der Samstag recht früh, Frühstück um 07:15 und Abfahrt um 08:30 zum Veranstaltungsort. Dort angekommen wurden alle mit Eintrittskarten versorgt und in ein großes Zelt mit berauschender Akustik zur letzten Probegeführt. Nach etlichen weiteren Raumwechseln war es endlich soweit: Das Orchester betritt in geordneter Aufstellung den Konzertsaal, begleitet vom Applaus mitgereister Vorstandsmitglieder und Fans u.a. Reinhold Beller und Erich Fischer. Eine internationale Jury mit namhaften zeitgenössischen Komponisten und Dirigenten wie Jacob de Haan , Kees Vlak, Ferrer Ferran , Lino Blanchod und Miro Saje, der 1995,1997 und 1999 als bester Dirigent beim internationalen Wettbewerb ausgezeichnet wurde, wartete bereits. Gemeinsam nimmt das Orchester Platz und wartet auf das Zeichen der Jury, um mit dem Einspielstück beginnen zu können, einem Choral, welcher hilft, sich an die akustischen Gegebenheiten zu gewöhnen. Nachdem die erste Aufregung verflogen ist, geht es nun zum Pflichtstück, welches jedes Orchester dieser Kategorie zu spielen hat,  L'EXPOSITION UNIVERSELLE von Robert Fienga, in dem Paris in seinen unterschiedlichen Facetten musikalisch dargestellt wird. Nicht perfekt, aber harmonisch abgestimmt und dynamisch bewegt, präsentiert das Jugendorchester das Stück, welches noch vor einem halben Jahr vom Schwierigkeitsgrad her undenkbar gewesen wäre. Nach einer kurzen Erholungspause geht es weiter mit DANCES OF INNOCENCE von Jan van der Roost, welches vom Orchester selbst ausgewählt wurde und ein wahres Klangerlebnis und Vielfalt, sowie mehrere Solis bietet. Nach einem gelungenen Auftritt verließ das Orchester in Reih und Glied die Bühne und die Anspannung löste sich. Das Jugendorchester trat in der dritten Kategorie, der untersten Kategorie der Erwachsenen, gegen acht weitere internationale Orchester an. Ebenfalls am Wettbewerb beteiligt war das Stammorchester aus Oberndorf unter der Leitung von Jens Weismantel, einem früheren Dirigenten aus Wachenbuchen in der zweiten Kategorie, sowie das Auswahlorchester Main-Kinzig unter der Leitung von Harald Krebs in der Oberstufe.

Der restliche Samstag wurde zum Feiern ausgenutzt und um das erlebte Revue passieren zu lassen, dabei mussten sich die jüngeren mit Coca-Cola Dosen vergnügen, während die älteren den Wein der Region verkosteten. Und so endete der Samstag in einem gemeinsamen Kneipenbesuch, wobei Jugendleiter Philipp Marquart erstaunlich wenig zu tun hatte um die Bande in Schach zu halten.

Der letzte Tag vor der Heimreise wurde genutzt um einmal richtig Urlaub zu machen und so ging es mit einem Boot über den Gardasee in das malerische Dorf Limone, welches mit seinen steilen und engen Gassen faszinierte. Die Reiseleiterin erklärte wissenswertes und geschichtliches aus der Region.  An jeder Hauswand waren  z.B. Zitrusfrüchte zu entdecken, denen das Dorf seinen Namen verdankt. Gegen Mittag ging es dann weiter nach Malcesine zum Mittagessen, wobei sich jeder seine Lieblingspizzeria selbst aussuchte. Von der Altstadt berauscht und mit mindestens zwei Kugeln Eis im Bauch ging es gegen 14:30 wieder auf dem Seeweg zurück nach Riva um sich die Leistungen anderer Orchester anzuhören und zu staunen. Während einige das Hotel vorzogen lauschten andere den Klängen internationaler Spitzenorchester bis nach Mitternacht.

Nach vier schönen Tagen mussten am Montagmorgen die meisten schon wieder in den Bus steigen um in Richtung Heimat aufzubrechen, während ein Teil blieb, um die Siegerehrung am Dienstagabend abzuwarten oder auch einfach nur um Urlaub zu machen. Die Jugend hingegen traf sich am Dienstag um 20:00 Uhr im Vereinshaus in Wachenbuchen um die Platzierungen direkt aus Italien zu erhalten: Das Jugendorchester Wachenbuchen erreichte in der 3.Kategorie den siebten Platz, womit es gegen eine derartige Konkurrenz vollkommen zufrieden sein darf.

„ Wir waren das wohl ehrlichste Orchester, nicht bestückt mit Profis oder Musikern des Stammorchesters, ausschließlich junge Leute des Vereins und können zufrieden und stolz sein,“ so Vorsitzender Helmut Schmidt. „Ausschlaggebend ist auch“, so Dominik Thoma „, dass durch diese Teilnahme das  junge Orchester näher zusammengerückt ist und internationale Erfahrung gesammelt hat. Sicher wird dies nicht der letzte Wettbewerb gewesen sein. Ich bin hochzufrieden.“

 Das Jugendorchester wird sich anlässlich des Konzertes des Stammorchesters am 14. Mai in Mittelbuchen mit beiden Musikstücken präsentieren. Sie sind hierzu herzlich eingeladen zum  Frühlingkonzert unter dem Motto„Landschaftsbilder: Sagenhaft und legendär“.