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Das Blasorchester Wachenbuchen präsentierte in der nahezu ausverkauften Mehrzweckhalle eine gelungene Mischung aus Blasmusik und Gesang – ein gelungenes Konzept

Am 07.November um 19:30 Uhr fiel vor über 1000 Augen mit höchsten Erwartungen endlich der Startschuss zum Abendprogramm und das Jugendblasorchester konnte unter der Leitung von Dominik Thoma Coldplay’s „Viva la Vida“ durch eine kräftige Soundkulisse, die den Zuschauer unweigerlich mitten ins Geschehen hineinzog, eröffnen. Dabei zeigte das Orchester einmal mehr, dass sie es verstehen, selbst für den heutigen Zuhörer ungewohnt anmutende musikalische Schreibstile passend in Szene zu setzen und eindrucksvoll zu präsentieren. Auch die anschließenden Konzertstücke konnte das Jugendblasorchester ohne hörbare Mühen und mit ausgewogener Transparenz zu Gehör bringen, ohne jedoch den antreibenden Charakter von „Disco Lives!“ und dem „Party Dance Mix“ zuverlieren.

 

Eine Leistung in dessen Anschluss nach der passend lockeren Moderation durch Wolf-Günter Koch und Marlene Seyfried  das Stammorchester die Bühne betrat und mit dem „March des Soldaten Robert Bruce“ einen gefühlvollen Einstieg fand. Praktisch nahtlos ging es in die „Trombone Show“, einem Solostück für vier Posaunen und Orchester, über, bei dem die Solisten des Blechsatzes die Besonderheiten der Posaune gekonnt in Szene setzten. Große dynamische Variationen, Glissandi und die unverwechselbare Klangfarbe der Zuginstrumente waren ein Genuss für die Gäste, der dementsprechend lautstarken Beifall fand. Und auch bei den nachfolgenden Stücken mit Gunther Reuter an der Solotrompete bei James Lasts „Einsamer Hirte“, Yvonne Schröder am Saxophon bei „Gabriellas Song“  und wechselnder Starbesetzung bei „Blood Sweat at their Best“ konnte Dominik Thoma unter Beweis stellen, wie intensiv die vorherige Probenarbeit gewesen sein muss. Selbst die komplexesten und anspruchsvollsten Kompositionen gelangen an diesem Abend scheinbar mühelos und der Wachenbucher Klangkörper zeigte einmal mehr, dass es in einem symphonischen Blasorchester durchaus so differenziert zugehen kann, wie bei einem modernen Sinfonieorchester.

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Nach einer erfrischenden Pause bot das Orchester ein Medley von Joe Cocker, arrangiert von Wolfgang Wössner, dar. Bei „Up where We belong“, „Unchain my Heart“ und „You can leave Your Head on” konnte das Auditorium fieberhaftes Klatschen nicht mehr unterdrücken. Erst der Beginn der humorvollen Moderation durch Wolf Koch und Marlene Seyfried ließ den Beifall verklingen,  als die beiden begannen eine spontanes Publikumscasting nach einer Gesangsstimme durchzuführen, da die für diesen Abend angekündigten Sänger sich aufgrund des Lufthansastreiks scheinbar verspäteten. Die so gefundene Gesangsstimme sorgte bei „Ich gehör nur mir“ aus dem Musical „Elisabeth“ für fassungslose Gesichter und pure Begeisterung. Selten ist die Kombination aus Orchester und Gesang so gut geglückt, sollte sich doch im Verlauf des Abends herausstellen, dass die unbekannte die geladene ungarische Musicalsängerin Eszter Végvári war. Spätestens als Solokünstler Udo Schmidt, bereits bekannt aus dem Projekt „Music for Generations“ 2014 mit dem Blasorchester Wachenbuchen, „You Raise Me Up“ sang, ließ die Gänsehaut kaum noch auf sich warten. Beide Gesangswunder konnten in Lionel Richies „Endless Love“ dank der zarten Untermalung des Orchesters ein Duett vollführen, das dem einen oder anderen zartbesaiteten Zuschauer spürbar unter die Haut ging. Für die letzten beiden Stücke zog Dominik Thoma einmal alle Register und wählte mit „Diamonds are Forever“ einen weltberühmten Bond-Titelsong, bei dem Eszter Végvári ihre volle Stimmgewalt ausnutzte, die selbst die Musiker auf der Bühne sichtbar begeisterte. Als Abschluss verneigte sich das Blasorchester vor Udo Jürgens, in dem es eine eigens ausgewählte Stückauswahl seiner bekanntesten Werke, begleitet von Udo Schmidt, vortrug und dabei mit der gleichen Lebensfreude vorging, wie es Udo  Jürgens zu Lebzeiten tat. Die resultierenden stehenden Ovationen mit donnerndem Applaus waren schließlich der Dank für einen rundum gelungenen Abend, die das Orchester mit den beiden Zugaben „The Living Years“ und „We are the World“ komplettierte. So wie es aussieht, dürfen wir uns auch im Jahre 2016 auf ein „Blasorchester & Friends“ oder „Music for Generations“ freuen. Die Besucher zumindest wären davon komplett begeistert.